• 1994

    Poststelle mit Präzisionswaage: Drogenpolitik im Basel der 1990er

    Basel Anfang der 90er-Jahre: Am Schaffhauser Rheinweg und am Barfüsserplatz versammeln sich immer mehr Süchtige auf der Suche nach Stoff und Spritzen. Mit ihnen wird offensichtlich, was Fachleuten schon länger klar war: Die Repression von Drogen ist keine Lösung, denn Drogensüchtige sind nicht per se kriminell, sondern aus medizinischer Sicht krank. Dass sie mit Mitteln des Strafrechts belangt werden, löst das Problem nicht, sondern schafft im Gegenteil neue.

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  • 1991

    Die Stärke der Frauen ist ihre Zahl und ihre Unentbehrlichkeit.

    Mann und Frau sind gleichberechtigt – so steht es seit 1981 in der Schweizer Verfassung. Die Umsetzung dieses Gleichstellungsartikels liess auf sich warten. Deshalb nahmen heute vor 28 Jahren Frauen aus der ganzen Schweiz am Frauenstreik teil – auch in Basel. Zuhause, im Quartiertreff, in Firmen und auf öffentlichen Plätzen beteiligten sich Basler Frauen mit diversen Protestaktionen am Streik vom 14. Juni 1991.

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  • 1974

    Fasnacht 1974: "Dr gross Bums"

    «Mitem Horror het am Mäntig s’Comité Bekanntschaft gmacht», berichtet der Moderator des Schweizer Radios am Mittwoch. «Das het mit Fasnacht nyt meh z’tue», vertritt «e Bebbene» in der Nationalzeitung die Meinung vieler. Man spricht vom ‹grosse Bums›, mit dem die berüchtigten Kuttlebutzer am 4. März 1974 Basler Fasnachtsgeschichte schrieben.

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  • 1971

    Gammler, Rocker, Kommunarden - Notschlafstellen für Jugendliche in Basel

    Wenn heute von Obdachlosigkeit und Notschlafstellen die Rede ist, erscheint vor dem inneren Auge meist das Bild des älteren Randständigen. Anfang der 1970er Jahre waren es aber vor allem obdachlose Jugendliche, um die sich die Basler Behörden sorgten.

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  • 1971

    11g: Der Mond kommt nach Basel

    Den ersten Menschen auf dem Mond zu sehen war überwältigend, auch für Stefan Graeser, den Kurator am Naturhistorischen Museum Basel. Ein Mensch auf einem anderen Himmelskörper als auf der Erde, es war unglaublich. Die Mondlandung verfolgte er beim italienischen Abwart des Mehrfamilienhauses mit den Nachbarn zusammen. Aber auf das Hochgefühl kam auch die Ernüchterung. Eine grosse Enttäuschung sei es gewesen. Soviel sei denkbar gewesen und dann nichts. Also nicht Nichts, aber nichts Neues, Unbekanntes.

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  • 1951

    Die halbe Stadt gebaut - Fritz Rickenbachers architektonisches Erbe

    Sie ist ein Relikt aus einer anderen Zeit. Wenn man den Weg zwischen Wohnblocks hindurch zur Landhof-Tribüne findet, erschliesst sich einem nicht nur ein wertvoller Grünraum, sondern auch ein sporthistorisches Schmuckstück. Was soll aus der alten Heimat des FC Basel werden?

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  • 1950

    "Das gab ein riesen Theater!" - Mütter in der Basler Chemie 1950-2000

    Das Projekt «Oral History Chemie und Stadtkultur» spricht mit Arbeiter*innen in der Zeit der Hochblüte der Basler Chemie (1950-1990). Die gesammelten Geschichten zeigen, wie wenig über die Arbeitswelt der Frauen bislang bekannt ist und wie hart Frauen für die Vereinbarung von Beruf und Familie kämpften.

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  • 1938

    Eine Baslerin rettet 300 jüdische Kinder

    Es war ein Brief, der 300 jüdischen Kindern das Leben rettete: «In Anbetracht der heutigen Notlage, die gewiss auch Sie wie alle mitfühlenden Menschen bedrückt, erlaube ich mir, das Gesuch zu stellen, es möchte uns gestattet werden, 250 bis 300 Kinder aus Deutschland nach der Schweiz zu retten. […] Wir wissen, dass wir ohne Mühe Platz für diese Kinder finden werden.»

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  • 1929

    Züchtigung an den Basler Schulen

    Körperstrafen sind heute an Basler Schulen verboten. Fehlbare Lehrpersonen werden bestraft. Zwar gibt es kein Züchtigungsverbot im Schulgesetz, aber die Bundesverfassung und die UNO-Kinderrechtskonvention sind in dieser Frage eindeutig. In scharfem Gegensatz dazu steht das Bild, das man sich über Jahrhunderte vom Schulmeister gemacht hat: Auf keinem Bild fehlt der Stock.

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  • 1927

    Kino und Theater im Konflikt

    Mit der 1919 eingeführten 48-Stunden-Woche und der überwundenen Nachkriegskrise gewann die Basler Bevölkerung an Freizeit und Zahlungskraft. In der Stadt brach die hohe Zeit des Kinos an – zum grossen Missfallen der bürgerlichen Hochkultur.

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  • 1919

    Bürger putzen Basel

    Am 12. November 1918 standen in der ganzen Schweiz die Räder still: Der schweizerische Landesstreik begann. Auch in Basel blieben Fabriken und Verwaltungen geschlossen, rollten Trams nicht mehr. Um das befürchtete Chaos in Grenzen zu halten, riefen Private zur Selbsthilfe auf. In Basel lud am Vorabend des Landesstreiks ein bürgerliches Aktionskomitee zu einer gut besuchten Versammlung im Musiksaal des Stadtcasinos ein. Traktandiert war die Gründung einer Bürgerwehr. Diese sollte die Geschäftsinhaber schützen, die Grundver-sorgung durch die öffentlichen Betriebe sicherstellen und die sozialdemokratischen Jungbur-schen in Zaum halten. Die Bürgerwehr verstand sich als politisch und konfessionell neutral. Militärische Aufgaben besass sie nicht, und offiziell auch keine Waffen. Dafür arbeitete die Bürgerwehr eng mit staatlichen Instanzen und mit dem militärischen Kommando zusammen. Zudem baute sie auch einen eigenen Nachrichtendienst auf.

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  • 1914

    «Drägg wägg»

    Keine wartenden Pferdedroschken, keine beschaulichen Marktstände, auch keine Demo zeigt dieses interessante historische Dia. Sondern sechs putzende Männer auf dem Marktplatz, die eine ansehnliche Menge Abfall entsorgen. Auf den ersten Blick macht diese Vereinigung von fahrbaren Abfallcontainern und einer ganzen Putz-kolonne keinen rechten Sinn. Erst bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass der herbei-gekarrte Abfall gewissermassen unter den Teppich gekehrt wurde.

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  • 1912

    1000 Jahre - 10 Geschichten Offene Türen für den Frieden, Turner und Touristen

    Mit roten Fahnen und Fanfaren traten die Demonstrantinnen und Demonstranten am 24. November 1912 ins Münster, um den internationalen Frieden zu beschwören. Erstaunlich, dass der sakrale Raum einem derart politischen Ereignis Bühne sein konnte. Schon zuvor allerdings diente das Wahrzeichen Basels auch anderweitigen Nutzungen ausserhalb der Liturgie: Zum Beispiel als Forum für die städtische Öffentlichkeit, als Turnhalle und als Touristenmagnet.

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  • 1899

    Der Goliath von Basel

    Immer wieder führen vermeintlich oder absichtlich manipulierte Visualisierungen von Bauvorhaben, die sich einer Volksabstimmung stellen müssen, zu Kontroversen. Als eines der letzten Beispiele könnte man eine vom Referendumskomitee gegen den Claraturm veröffentlichte Darstellung anführen, die das Gebäude als überdimensionierten Koloss am Ende der Clarastrasse erscheinen liess, während die tatsächliche Höhe des Gebäudes um etwa einen Drittel kleiner vorgesehen war (vgl. BaZ 12.11.13).

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  • 1869

    Der internationale Arbeiter-Kongress von 1869 in Basel

    Vom 6. bis 11. September 1869 tagte in Basel der IV. Kongress der Internationalen Arbeiter-Assoziation – heute bekannter als Erste Internationale. Die Verhandlungen stiessen nicht nur in der in- und ausländischen Presse auf lebhaftes Interesse. Auch zahlreiche Einheimische fanden sich im heutigen Café Spitz ein – tagsüber weitgehend Bürgerliche, abends dann Arbeiterinnen und Arbeiter.

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  • 1863

    Der Spekulant und die Kindsmagd

    Diese beiden Fotografien aus dem «alten Basel» sind alles andere als selbstverständlich. Sie zeigen nämlich nicht einfach, «wie es früher war». Sondern sie zeigen ein inszeniertes Bild voller Rätsel, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Was hat der Fotograf Jakob Höflinger 1863 auf die Platte mit dem Titel «Auf der Lyss» gebannt? Zu sehen ist der Rondenweg, der auf der Innenseite der Stadtmauer vom Spalentor zum Fröschenbollwerk führte. Die Tage der Mauer und des Fröschenbollwerks waren zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits gezählt: Die Mauer fiel 1867 der Stadterweiterung zum Opfer, das Fröschenbollwerk, das sich auf der heutigen Kreuzung Schützengraben/Schützenmattstrasse befand, wurde 1868/1869 geschleift. Der Ort lässt sich also identifizieren. Doch wer sind die abgebildeten Personen?

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  • 1819

    Ein letzter Akt des Schreckens: Die Hinrichtung von 1819

    Am 4. August 1819 zogen 20'000 Baslerinnen und Basler vor das Steinentor, um beim heutigen Parkplatz des Zoologischen Garten einem blutigen Spektakel beizuwohnen: Auf der städtischen Richtstätte, «Kopfabheini» oder «Rabenstein» genannt, enthauptete der Henker Peter Mengis drei Mitglieder einer Diebesbande mit dem Schwert. Ferdinand Deisler aus dem badischen Inzlingen, Xavery Hermann aus Colmar und Jakob Feller aus dem elsässischen Sondernach hatten die Basler Region während Jahren unsicher gemacht – das Gericht verurteilte sie u.a. für Raub, Diebstahl, Brandstiftung, die Plünderung von Kirchen, Totschlag, die versuchte Sprengung des Kleinbasler Pulverturms. Ein viertes Mitglied der Bande, der Elsässer Joseph Studer, kam mit dem Leben davon, wurde gebrandmarkt und mit 24 Jahren Zwangsarbeit gebüsst. Die Hinrichtung vor 200 Jahren war die letzte in der Geschichte der Stadt, auch wenn Basel die Todesstrafe offiziell erst 1872 abschaffte.

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  • 1799

    1000 Jahre - 10 Geschichten Fromme Gangarten. Auf dem Münsterplatz im Mai 1799

    1798 werden auf dem Münsterplatz in einem revolutionären Staatsakt Freiheitsbäume aufgestellt, ein Jahr später wird im heutigen Café Isaak der Zürcher Pfarrer Lavater als Gegner der neuen politischen Ordnung inhaftiert. Der sonntägliche Gottesdienst ins Münster geht seinen normalen Gang weiter, was dem Gefangenen ins Auge sticht.

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  • 1759

    Johannes Alexander und die „Mohrentaufe“

    Am 27. Dezember 1764 informierte das Basler Avisblatt seine LeserInnen unter der Überschrift „Merkwürdigkeiten“ über den Tod von Johannes Alexander, ein schwarzer, bengalischer Sklavenjunge, der erst 15jährig im August desselben Jahres auf einem Landgut bei Reigoldswil gestorben war.

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  • 1722

    Verflogenes Parfüm und verrauchtes Pulver

    Der Basler Berufsdiplomat Sir Lukas Schaub (1690–1758, den Titel verdiente er sich in englischen Diensten), liess sich 1722 malen. Die Stadt Basel kaufte das Porträt 1771. Der Ankauf geschah aber nicht um der Kunst willen. Der Grund dafür lag vielmehr nicht weit rheinabwärts, bloss einen Kanonenschuss weit entfernt. Heute ist das alles nicht mehr bekannt.

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  • 1597

    1000 Jahre - 10 Geschichten Skandal? Götzendienst und Bilderstreit im Basler Münster

    2006 kaufte das Städel-Museum in Frankfurt ein bislang unbekanntes Bild des Basler Malers Hans Bock mit dem Titel „Venustanz“. Es zeigt Frauen unterschiedlichsten Alters bei ihrem nächtlichen Tanz um eine Venusstatue im Basler Münster. Was aber hatte ein solches Bild im orthodox-reformierten Basel um 1600 zu suchen?

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  • 1529

    Reformation in Basel: Im Gespräch mit Christine Christ-von Wedel

    In der Geschichte der Stadt Basel ist die Reformation ein zentrales Ereignis. Eine der besten Kennerinnen der Stadt Basel in der Reformationszeit ist die Historikerin Christine Christ-von Wedel. Marcus Sandl und Daniel Sidler - Autoren von Band 4 (1510-1805) - sprachen mit Christine Christ-von Wedel über die Ereignisse in den Jahren um 1529, über die Bedeutung des Humanisten Erasmus von Rotterdam sowie darüber, was wir aus der Reformation für unsere eigene Zeit lernen können.

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  • 1517

    1000 Jahre - 10 Geschichten Stadtgeschichte als Gottesdienst

    Die Ausstellungen und Veranstaltungen, die zurzeit an die Münsterweihe vor tausend Jahren erinnern, sind eng mit Kaiser Heinrich II. verbunden. Denn Heinrich und seine Ehefrau Kunigunde waren Ehrengäste, als Bischof Adalbero I. am 11. Oktober 1019 den neuen Kirchenbau feierlich weihte. Heinrich II. gilt in Basel als grosser Wohltäter. Er hat die Stadt ins Reich integriert und den Bischof als werdenden Stadtherren mir Rechten und Privilegien ausgestattet und damit politisch gestärkt. Schliesslich hat er das Münster mit Schätzen bedacht, die im Wortsinn Geschichte machen sollten: einen monumentalen Kronleuchter, ein prächtiges Evangelienbuch, kostbare Textilien, Reliquien sowie eine goldene Altartafel.

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  • 1456

    Hochzeit im Wildensteinerhof

    Seit den Tagen des Konzils, als Basel für kurze Zeit im Blickfeld des christlichen Abendlandes stand, gibt sich die Stadt gerne weltmännisch. Von der Führungsschicht und ihrem gehobenen Lebensstil erzählt ein Siegelstempel aus dem Wildensteinerhof.

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  • 1376

    Adel in Haft - Die "böse Fasnacht" von 1376

    Im Winter 1376 gerät ein Ritterturnier auf dem Münsterplatz von Basel kräftig aus dem Ruder. Es endet mit der Flucht des Herzogs von Österreich über den Rhein nach Kleinbasel und mehr als fünfzig Adligen in städtischer Haft. Der Vorfall geht als «Böse Fasnacht» in die Geschichte ein.

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  • 1250

    Im Fluss: Nachdenken über Basler Wasser

    Von Flüssen und Kanälen, Brunnen und Leitungsnetzen, von Teichen und modernen Wasserkraftwerken – die Historikerin Claudia Moddelmog teilt ihre Gedanken zu Wasser in Basel und seine Bedeutung für die Geschichte der Stadt.

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  • 1019

    1000 Jahre - 10 Geschichten Das Heinrichsmünster im Königreich Burgund?

    Basel hat als Grenzort eine lange Tradition. Das zeigt auch die stetig wechselnde Zugehörigkeit der Stadt am Rhein. Lag Basel im 9. Jahrhundert noch im karolingischen Reich, gehörte es seit dem frühen 10. Jahrhundert dem Königreich Burgund an. Die Einflussnahme der deutschen Könige wird gegen Ende des 10. Jahrhunderts in der Region spürbar. Nach einem langen, von 1006 bis 1032 dauernden Übergang, kommt Basel als Pfand und Erbmasse an das Heilige römische Reich. Wirkte sich die Zugehörigkeit zum Burgund oder zum Reich auch auf den im Jahr 1019 in Anwesenheit des Kaisers Heinrich II. geweihten Kathedralbau – dem 'Heinrichsmünster' – aus? Wie kam es überhaupt zu einem Neubau des vorgängigen 'Haito-Münsters'?

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  • 1000

    1000 Jahre - 10 Geschichten Baustelle Münsterhügel

    Die Jahrtausendwende war Anlass für Kaiser Heinrich II. (973 oder 978 bis 1024), seine Gemahlin Kunigunde (um 975 bis 1033 oder 1039) und Bischof Adalbero II. (vor 999 bis 1025) ein neues Münster zu bauen, aber das war nicht die einzige Grossbaustelle auf dem Münsterhügel. Auch die bereits von den Römern errichtete Wehrmauer wurde wohl zu diesem Zeitpunkt wiederinstandgesetzt, um sie in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

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  • 824

    1000 Jahre - 10 Geschichten Bischof Haito - Ein Reisender zwischen den Welten

    Basel war einmal eine Bischofsstadt, was heute praktisch vergessen ist. Nur der Bischofshof beim Münster erinnert daran, dass hier einmal der Stadtherr wohnte. Einer der ersten Basler Bischöfe war Haito – ein Vertrauter von Karl dem Grossen. Haito verfasste zwei Reiseberichte: von seinen Erfahrungen am byzantinischen Hof und von einer Reise über die Welt hinaus.

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  • 150 v. Chr.

    Kinder in der spätkeltischen Siedlung Basel-Gasfabrik

    Urgeschichtliche Gesellschaften waren junge Gesellschaften, in denen Kinder und Jugendliche die Mehrheit bildeten. In der Archäologie wurde diese Tatsache lange ignoriert. Die Frage, wie Kinder und Jugendliche lebten, wird erst seit Kurzem gestellt. Sie zu beantworten, ist allerdings schwieriger als gedacht.

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